Von Aufnahme bis Entlassung

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Von Aufnahme bis Entlassung

Auf dieser Seite wollen wir Sie mit dem gesamten Ablauf rund um eine Schilddrüsenoperation vertraut machen.

Schreiben Sie sich für die Gespräche mit Ihrem Chirurgen alle Fragen zu Ihrer Behandlung auf.

Der Erstkontakt

Bei Ihrem ersten ambulanten Termin in der Chirurgie geht es insbesondere darum, dass Sie verstehen, warum eine Operation an der Schilddrüse notwendig ist (absolute Indikation) oder nach sorgfältiger Abwägung empfohlen wird (relative Indikation). Bei diesem ersten Gespräch lernen Sie wenn möglich Ihren Operateur kennen, der Sie nicht nur über die Indikation zur Operation sondern auch über mögliche Komplikationen aufklärt.

Die drei wesentlichen Komplikationen, die bei einer Schilddrüsenoperation auftreten können, sind die Stimmbandlähmung mit Heiserkeit (Parese des N.laryngeus recurrens), eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen mit Mißempfindungen meistens in den Händen (Hypoparathyreoidismus) und Nachblutungen mit der Notwendigkeit einer erneuten Operation. Alle Komplikationen treten selten auf, ihre Häufigkeit hängt insbesondere von der Größe der Schilddrüse und dem Ausmaß der Resektion ab (Operationstechniken).

Bei diesem ersten Gespräch wird Ihnen auch der gesamte organisatorische und medizinische Ablauf der Operation erklärt und der Termin für die Operationsvorbereitungen sowie der OP-Termin selbst vereinbart.

Als Vorbereitung für dieses erste Treffen empfehlen wir, dass Sie sich alle Fragen zu Ihrer Behandlung aufschreiben. So können Sie sicher sein, keine Fragen zu vergessen, die Ihnen wichtig erscheinen. Informieren Sie Ihren Arzt bei diesem Gespräch über alle Vorerkrankungen und Ihre aktuelle Medikation.

Die Vorbereitung auf die Operation

Die Vorbereitungen für die Operation können ambulant oder auch stationär erfolgen. Dieses richtet sich in erster Linie nach Ihren persönlichen organisatorischen Bedürfnissen und den medizinischen Notwendigkeiten.

Wesentlicher Bestandteil ist die Vorbereitung auf die Narkose. Hierzu werden Sie einem Kollegen der Anästhesie vorgestellt, der Ihre Narkosefähigkeit überprüft. Bei den meisten Patienten wird deshalb auch ein EKG geschrieben und ein Röntgenbild des Thorax angefertigt. Ergänzt werden diese Untersuchungen durch eine Blutabnahme, auch zur Überprüfung der Blutspiegel der Schilddrüsenhormone (T3, TSH). Bei dem Gespräch mit dem Anästhesisten erhalten Sie auch alle notwendigen Hinweise zur Nüchternheit vor der Operation.

Um sicher zu gehen, dass Ihre Stimmbänder vor der Operation in Ordnung sind, werden diese von einem Kollegen der Hals-Nasen-Ohren Klinik (HNO) untersucht. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft. Sie können diese Spiegelung aber auch schon ambulant bei einem niedergelassen HNO-Arzt durchführen lassen und bringen dann den Befund zur Aufnahme mit.

Abschließend findet dann ein zweites Aufklärungsgespräch mit dem Chirurgen statt. Hier werden Ihnen erneut die möglichen Komplikationen der Operation eingehend erklärt, am Ende des Gespräches müssen Sie Ihre Einwilligung in die Operation auf einem standardisierten Aufklärungsbogen schriftlich geben. Wenn gewünscht erhalten Sie eine Kopie dieses Dokuments.

Damit sind die Vorbereitungen auf die Operation abgeschlossen.

Der Operationstag

Wenn die Operationsvorbereitungen ambulant durchgeführt wurden, kommen Sie am Tag der Operation auf die Ihnen genannte Station, in der Regel um 07:00 Uhr. Das Pflegepersonal Ihrer Station ist vorbereitet und wird sich um alle Ihre Belange kümmern. Nach einer kurzen pflegerischen Aufnahme werden Sie umgezogen, Ihre privaten Sachen verstaut und in Ihrem Bett in den OP gefahren. Dort werden Sie in einer sogenannten OP-Schleuse auf einen Operationstisch umgelagert und von Ihrem zuständigen Anästhesisten begrüßt. Entsprechend einer Checkliste wird routinemäßig die Identität des Patienten und die geplante Operation überprüft. Ihren Operateur sehen Sie in der Regel nicht mehr vor der Operation. Auf dem OP-Tisch werden Sie dann in den Vorraum zur Einleitung der Narkose gefahren.

Hinweise zur Operationstechnik

Die Operationsdauer hängt insbesondere davon ab, ob nur eine oder beide Lappen der Schilddrüse operiert werden und ob das entnommene Gewebe bereits während der Operation durch den Pathologen untersucht wird (intraoperativer Schnellschnitt). Von der Operation selbst werden Sie nichts mitbekommen. Sie können aber sicher sein, dass Sie während dieser Zeit mit aller Sorgfalt überwacht werden.

Nach Ausleitung der Narkose werden Sie zur Überwachung in den Aufwachraum des OP-Bereiches gelegt, von hier geht es nach 3 - 4 Stunden zurück auf die Station. Vom Pflegepersonal werden in regelmäßigen Abständen die Vitalfunktionen gemessen. Gegen Abend sind Sie in aller Regel so wach, dass Sie wieder trinken oder auch eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen können. Es spricht auch nichts dagegen, dass Sie von nahen Angehörigen besucht werden. Erschrecken Sie nicht, wenn ihre Stimme zu diesem Zeitpunkt noch rau und leiser klingt. Das ist in der Regel Folge der Intubationsnarkose und nicht immer Hinweis auf eine Schädigung des Stimmbandnerven. Zusätzlich erhalten Sie eine regelmäßige Schmerzmedikation. Sollten Sie hierunter nicht schmerzfrei sein, wenden Sie sich jederzeit an das Pflegepersonal oder den zuständigen Arzt, die dann die Art und Dosierung der Medikamente anpassen. Für den Fall, dass Sie im weiteren Verlauf eine zunehmende Schwellung am Hals feststellen, informieren Sie umgehend das auf der Station zuständige Personal.

Eine ärztliche Visite am späten Nachmittag schließt den Operationstag ab. Hier erhalten Sie dann erste Informationen zum intraoperativen Befund.

Die Entlassung aus dem Krankenhaus

Bereits zwei bis drei Tage nach der Operation können die meisten Patienten aus der stationären Behandlung entlassen werden. Zu diesem Zeitpunkt sind Sie vollständig mobil. Die frische Wunde am Hals führt noch zu einem Spannungsgefühl, ohne wirkliche Schmerzen zu verursachen. Das Nahtmaterial kann nach 5 - 7 Tagen entfernt werden. Mit dem Duschen der Wunde müssen Sie allerdings noch 14 Tage warten oder diese mit einen speziellen Wundpflaster abkleben. Fragen Sie Ihren Stationsarzt. In keinem Fall sollten irgendwelche Wundsalben aufgetragen werden. Lassen Sie der Wunde Zeit, von alleine zu heilen.

Vor Entlassung werden Sie noch einmal in der HNO-Klinik vorgestellt, um die Unversehrtheit Ihrer Stimmbänder zu dokumentieren.

Die ambulante Weiterbehandlung

Ab dem Tag der Operation werden Ihnen 50 oder 100 μg L-Thyroxin einmal täglich verordnet. Mit dem abschließenden Arztbrief erhalten Sie noch einen Termin beim einweisenden Arzt oder in der Nuklearmedizin für die Kontrolle der Schilddrüsenhormone. Das sind in der Regel 14 Tage nach der Operation. Für den gleichen Zeitraum können Sie vom Stationsarzt bei Entlassung auch eine Krankmeldung bekommen. Mit dem Stationsarzt besprechen Sie, ob die Wunde durch den Hausarzt oder in der Chirurgischen Poliklinik kontrolliert wird.

Bei Entlassung liegt das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung durch den Pathologen oft noch nicht vor. Je nachdem wie die weitere Nachsorge mit dem Stationsarzt bei Entlassung besprochen wurde, teilen wir Ihnen das Ergebnis telefonisch oder bei der ersten ambulanten Nachkontrolle persönlich mit. Sollte sich aus der histologischen Untersuchung eine weitere Therapie ergeben, werden wir auch dieses mit Ihnen im Detail besprechen.